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Samstag, 21. Juli 2018

Pressearchiv des Montessori-Kinderhauses

 

 

„Oma Rike“ und der Martinsmarkt

 

30.10.13/Coesfeld. Montessori-Kinderhaus im weihnachtlichen Vorlesezauber

 

Die Kinder hören gebannt der Vorlesepatin zu, die alle nur liebevoll „Oma Rike“ nennen - oder sie ziehen sich mit einem Buch in die Schmöker-Ecke zurück. Währenddessen können ihre Eltern in Ruhe beim fast schon traditionellen Martinsmarkt im Montessori-Kinderhaus am 16. November 2013 stöbern und sich inspirieren lassen. Denn von 10:00 bis 14:00 Uhr wird die Einrichtung an der Friedhofsallee wieder eine große Auswahl an Waren und Geschenkideen bieten – diesmal mit dem neuen Schwerpunkt „Outdoor“ und einer Struktur, die verschiedene Angebote räumlich zusammenfasst.

 

Im speziellen Winterraum wird alles geboten, um Kinder für Aktivitäten im Freien wetterfest einzukleiden und auszustatten – vom Gummistiefel bis zur Schneejacke. Der Motorikraum präsentiert dagegen alles, was mobil macht, wie Kinderfahrzeuge, Auto- und Fahrradsitze, Kinderwagen oder Buggys. Außerdem gibt es den Spielraum mit gut erhaltenen Spielsachen, Büchern, Taschen, Accessoires, CDs, DVDs und Kassetten. Aber auch der Kunstraum bietet mit kleinen Geschenken für Nikolaustag und Weihnachten saisonales Kunsthandwerk an. Natürlich informiert das Montessori-Kinderhaus mit einem Infostand über seine tägliche pädagogische Arbeit – und hat dort auch zwei besondere Geschenkideen parat: Der neue Familienkalender 2014 mit Kinderkunstwerken ist da, ebenso die zweite Auflage des Kinderhaus-Kochbuchs mit vielen Rezepten, auch für Allergiker. Jeder 15. Käufer erhält eine kleine Überraschung. Für das kleine Gespräch am Tisch bietet sich die Cafeteria mit Kaffee und Kuchen an.

 

Für den Martinsmarkt können Waren am Freitag, dem 15. November 2013 zwischen 17:00 und 18:00 Uhr abgeliefert werden; 20 Prozent des Verkaufserlöses gehen an das Montessori-Kinderhaus. Abholung und Auszahlung finden dann am Samstag (16. November 2013) zwischen 16:00 und 17:00 Uhr statt. Verkaufsnummern und weitere Informationen erhalten Sie bei:

 

Jane Schulze Scholle (gelbe Nummern) unter Telefon 02541 / 970336; Nina Schatterny (blau) unter 02541-83562, Markus Damer (grün) unter 02541-922813 und Ilka Dropmann-Lasch (rot) unter 02541-72990.

Ein Fass ohne Boden für das Montessori-Kinderhaus

05.12.12./Coesfeld. Investiert man Geld, das ohne Nutzen verrinnt, spricht man auch von einem Fass ohne Boden. Aber es gibt auch Fässer, die bewusst oben und unten geöffnet sind. Ein solches ist ein Turn- und Spielfass. Überlässt man es den Kindern, öffnet sich ein Fass voller kreativer Spielideen. Die Psychomotorikerin Michaela Hüsken sitzt im Montessori-Kinderhaus am Rand der Palestra (ital.: Turnhalle) auf der Bank und flüstert, um die Kinder nicht aus ihrer Konzentration zu holen: "Die beiden Jungs haben angefangen, mit dem Spielfass ein Müllauto zu bauen. Jetzt helfen alle Kinder aus der Gruppe mit." Über 20 Minuten beschäftigen sie sich intensiv damit und staunen, welche unglaublichen Mengen an Gegenständen das Fass verschlingen kann. Aber egal wie sich die Kinder mit dem Spielgerät befassen. Beiläufig trainieren sie damit ihre Koordination und Wahrnehmung. Kurz gesagt: Aus diesem Fass ohne Boden wachsen motorisch gestärkte Kinder. Ein solches Turn- und Spielfass schenkte die VR-Bank Westmünsterland eG dem Montessori-Kinderhaus zum 25-jährigen Geburtstag für die Kinder.

 

 

Ein kleines Präsent hatten die Kinder des Kinderhauses für Thomas Borgert. Der Pressesprecher der VR-Bank erhielt als Dankeschön für das Turn- und Spielfass ein Kinderkunstkalender 2013, den Carolyn Wiesweg vom Vorstand des Arbeitskreises Montessori-Kinderhaus überreichte. (Weitere Personen auf dem Bild v.l. Psychomotorikerin Michaela Hüsken, im Hintergrund: Leiterin des Kinderhauses Ite Jansen.)

Gründerzeit

24.09.12 / Coesfeld. Am kommenden Wochenende feiert das Integrative Montessori-Kinderhaus sein großes Geburtstagsfest. Marianne Rothers (MR) und Ulla Bernholt (UB) gehörten im Jahr 1987 zu den Gründermüttern der Einrichtung und blicken nun gemeinsam mit Ite Jansen (IJ), die seit 15 Jahren das Kinderhaus leitet, und Rhena Eismann (RE), die in den 90er Jahren als Kind das MoKi besuchte und jetzt ihr eigens Kind hier hat, zurück. Sie wagen im Gespräch aber auch einen Blick nach vorn in die Zukunft des Hauses.


Frage: Was waren die Anfänge?


MR: 25 Jahre ist es her, da blickten wir vom Zaun aus in den Garten, in dem wir jetzt sitzen. Ein Schimmelpony bekam dort sein Gnadenbrot und weidete auf der Obstwiese. Im Herbst, so wie jetzt, schüttelte es die Apfelbäume, um die Früchte zu essen.


IJ (lacht): Ja, ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Uns verbinden 30 Jahre Montessori-Diplom. Wir drei saßen im gleichen Kurs und gingen danach getrennte Wege. Als ich 1995 ins Kinderhaus kam, wollte ich nur ein Jahr lang bleiben. Schließlich hatte ich zwölf Jahre das Montessori-Kinderhaus in Borken geleitet und wollte nicht mehr so viel Verantwortung übernehmen. Aber die Wirklichkeit hat mich schnell eingeholt. 17 Jahre bin ich jetzt hier und bereue keinen Tag hier im Haus.


MR: Aber das Haus musste erst erschaffen werden. Das war ein weiter Weg.


Frage: Denn der Ursprung lag woanders...


UB: Richtig! Sechs Coesfelder Bürger waren wir und kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Verbunden hat uns eine Vortragsreihe von Manfred Günnigmann über die Reformpädagogik der italienischen Ärztin Maria Montessori. Unser Entschluss stand fest: Wir wollten in Coesfeld eine Montessori-Schule haben. Wir gründeten den Montessori-Arbeitskreis Coesfeld e.V. und trugen 1981 das "erste Samenkorn" für die Montessori-Pädagogik in den Vorschulbereich des katholischen Kindergartens Laurentius II.


Frage: Waren Sie damals überzeugt, dass es gelingen würde?


MR: Ich war mir sicher, dass das Konzept aufgeht. Denn die Prämisse war und ist es: "Die Kinder wollen, was sie machen" und nicht: "Die Kinder machen, was sie wollen". Dabei gibt es feste Regeln und klare Strukturen, die die Kinder in der vorbereiteten Umgebung finden. Diesen Unterschied verstanden die Eltern schnell.


UB: Der Kindergarten Laurentius II, in dem wir 6 Jahre arbeiteten,  erhielt enormen Zulauf. Dann kam Dechant Aloys Rupp auf uns zu. "Es wird hier zu eng. Macht euch selbstständig", waren seine Worte. Der Arbeitskreis  ging  auf die Suche nach einer Alternative und fand sie hier im ehemaligen AOK-Gebäude an der Friedhofsallee.


Frage: Das war also das Entstehungsdatum des Kinderhauses? 


MR: Ja, 1987 war das Geburtsjahr des MoKi. Der Vorstand des Arbeitskreises übernahm die gesamte Verantwortung als Träger der Einrichtung. Und wir hatten -durch die schon vorhandenen Eltern- eine große Zahl an Mitgliedern, die bei der "Geburt" der Montessori-Einrichtung als "Hebammen" halfen. 2001 war das MoKi  den Kinderschuhen entwachsen. Die Zeit war reif, den Eltern die Verantwortung zu übergeben, um das Haus zukunftsorientiert weiter zu bauen.


Frage: Dann war es zunächst keine Elterninitiative?


IJ: Den Schritt zur Elterninitiative habe ich mit begleitet. Das war notwendig und richtig. Die Eltern haben sich dadurch enger mit dem Haus verbunden gefühlt und sich stark engagiert. Dieses Engagement ist bis heute geblieben. Wir übernehmen aber immer mehr Erziehungsaufgaben, weil die Kinder viel Zeit bei uns verbringen. Ich sehe auch einen wichtigen Arbeitsbereich in der Integration der gesamten Familie. Denn oftmals wird sie mit ihren kleinen Alltagsproblemen oder großen Schwierigkeiten allein gelassen.


Frage: Also ändern sich auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen?


RE: Da stimme ich  zu. Es steigt die Anzahl der Familien, die aus beruflichen Gründen flexible Betreuungsangebote für ihre Kinder benötigen.


Frage: Sie waren als Kind und auch als Jugendliche bereits hier im Kinderhaus.


RE: 1993/1994 waren mein Bruder und ich als Kinder im MoKi. Meine Erinnerungen haften nicht an den Räumen, sondern vielmehr an den Bezugspersonen, die ein Kind findet. Mit 16 Jahren kam ich als Praktikantin der Liebfrauenschule nochmals hierher und betrachtete alles aus einem andern Blickwinkel. Ganz klar sah ich das Bild vor Augen, dass meine Kinder dieses Haus erleben müssen. Ich hatte Glück. Dank des U3-Ausbaus  besuchte meine Tochter, als eines der ersten Kinder unter drei Jahre, die Bärengruppe. Als Alleinerziehende kann ich mich nun auf mein Studium konzentrieren.


Frage: Ein Einzelfall?


IJ: Es ist schön, dass wir mit unserer Tageseinrichtung viele Familien unterstützen können, in denen die Eltern ihren beruflichen Karriereweg gehen. Wenn ich den Weg des MoKi weiter träumen darf, dann wünsche ich mir ein Montessori-Haus für Kinder von 0 bis zum Ende der Schulzeit. Vielleicht gelingt uns das.

 

Gründertreffen im MoKi-Naturgarten (v.l.n.r. die Gründungsmütter Ulla Bernholt und Marianne Rothers, Zaungast und Moki-Kind Birger (fünf Jahre), Hartmut Levermann (Interviewer), ehemaliges MoKi-Kind Rhena Eismann und Kinderhausleiterin Ite Jansen).

 

 

Generationentreffen im Naturgarten des Kinderhauses: (v.l.n.r. die Gründungsmütter Ulla Bernholt und Marianne Rothers mit Zaungast und Moki-Kind Birger (fünf Jahre) auf dem Schoss, Hartmut Levermann (Interviewer) mit MoKi-Kind Paula (2,5 Jahre), ehemaliges MoKi-Kind Rhena Eismann und Kinderhausleiterin Ite Jansen).

 

 

Gründertreffen im MoKi-Naturgarten (v.l.n.r. die Gründungsmütter Ulla Bernholt und Marianne Rothers, Hartmut Levermann (Interviewer) mit Zaungast Paula (2,5 Jahre), ehemaliges MoKi-Kind Rhena Eismann und Kinderhausleiterin Ite Jansen).

 

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INFOBOX

 

MoKi- Jubiläumswochenende

Freitag / 28.09.12 / 20:00Uhr bis 22:00Uhr: "Märchen und Häppchen" für Erwachsene mit der Märchenerzählerin Gerda Nonhoff (begrenzte Teilnehmerzahl; Anmeldung erforderlich)

 

Samstag / 28.09.12 / 11:00Uhr bis 16:30Uhr: Tag der offenen Tür  mit Erlebnisparcour, Fotoaktion und vielen weiteren Erlebnissen für Familien.

 

Samstag / 29.09.12 / ab 20:00Uhr: "MoKi-Revival-Party" mit DJ Hermann Walkman (Anmeldung erforderlich)

Glückwünsche zum Geburtstag von Otto Waalke für das MoKi

10.09.12 / Coesfeld. Am letzten Wochenende im September wird das Integrative Montessori-Kinderhaus mit dem großen Jubiläumsfest sein 25-jähriges Bestehen feiern. Eine Überraschung erhielt das Kinderhaus bereits jetzt schon. Otto Waalkes überbrachte mit dem Ottifanten und dem Faultier Sid aus Ice Age seine herzlichen Glückwünsche zum Geburtstag.

 


Teig für die Geburtstagstorte wird zubereitet

Das Montessori-Kinderhaus  wird 25 Jahre alt

 

24.07.12 / Coesfeld. Es wird ein großes Fest. Denn Ehemalige, Wegbegleiter und Förderer feiern Ende September das 25-jährige Bestehen der ersten integrativen Kindertagesstätte in Coesfeld: Rund 450 Einladungen verschickt das Montessori-Kinderhaus (MoKi) dazu in diesen Tagen. "Wir hatten den Anspruch, sämtliche Montessori-Kinder - von den Anfangstagen 1987 bis in die heutige Zeit hinein - zu kontaktieren, was uns fast vollständig gelungen ist", berichtet Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen. Bei einer Familie verlor sich die Spur irgendwo in Amerika; dafür konnten aber andere Ehemalige in England oder in den Niederlanden aufgespürt werden. "Doch die meisten sind in Coesfeld und Umgebung geblieben", hält Ite Jansen fest

Bei einer großen Geburtstagsparty darf natürlich das passende Geschenk nicht fehlen. Und an der Überraschung, die der Förderverein des Kinderhauses dem Team der Einrichtung bereiten will, wird bereits fleißig gearbeitet. "Es wird aber nur verraten, dass wir dafür eine Fachwerkstatt gewinnen konnten, die das Geschenk herstellt", betont Petra Levermann vom Fördervereins-Vorstand. Kein Geheimnis, sondern bis ins Detail festgelegt ist dagegen das Jubiläumsprogramm, für das ab 13. August 2012 der Vorverkauf läuft. Ein ganzes Wochenende lang wird die Geburtstagsfeier dauern: Den Auftakt bereitet ein Abend unter dem Motto "Märchen und Häppchen": Am 28. September verzaubert Märchenerzählerin Gerda Nonhoff ihr erwachsenes Publikum; der Eintritt kostet 5,- EURO. "Es empfiehlt sich eine rasche Anmeldung, da die Zahl der Plätze, die uns zur Verfügung stehen, nur sehr begrenzt ist", rät Ite Jansen. Am direkt darauffolgenden Samstag öffnet sich das Haus zum "Tag der offenen Tür" von 11:00 bis 16:30 Uhr. Es werden dabei nicht nur Einblicke in den Kinderhausalltag geboten; ein besonderes Programm, in dessen Mittelpunkt Erlebnisparcours und Fotoaktion stehen, lädt zum aktiven Mitmachen ein. Am Abend des 29. September startet dann die große "MoKi-Revival-Party" mit DJ Hermann Dalkmann, die 10,- EURO Eintritt kostet. "Das Jubiläumsfest wird ein großes Wiedersehen für alle, die sich dem MoKi verbunden fühlen“, kündigt MoKi-Leiterin Ite Jansen an – und betont, dass ganz bewusst alle Altersstufen angesprochen werden. "Wir freuen uns dabei auch auf die MoKi-Kinder der zweiten Generation und ihre Eltern." Denn einige junge Erwachsene, die ihre Kindergartenzeit an der Friedhofsallee 19 verbracht haben, gönnen dem eigenen Nachwuchs die gleiche prägende Erfahrung. "Insgesamt fördert ein Jubiläumsfest den Zusammenhalt von Kindern, Eltern und Erzieherinnen-Team", freut sich Karolin Wiesweg, Vorstandmitglied des Trägervereins der Elterninitiative, schon jetzt.

Die Einladung kann im Internet unter http://www.montessori-coesfeld.de/files_kinderhaus/Downloads/Flyer%20MoKi%2025.pdf heruntergeladen werden.

 

Der Vorstand des Fördervereins des Montessori-Kinderhauses beim Ortstermin in der Schreinerei Roters. Hintere Reihe von l.n.r.: Markus Damer, Stefan Roters, Claudia Ostermeier, Sven Lasch und Petra Levermann. Kinder v.l.n.r: Paula Levermann, Louis Damer, Nele Lasch, Henri Ostermeier und Fiete Ostermeier.

Mit 78 Jahren ins Montessori-Kinderhaus

Großelterntag in der Spielstube

12.06.12/Coesfeld. Mit 78 Jahren ins Montessori-Kinderhaus? Das war möglich – beim ersten Großelternnachmitttag in der Spielstube. Eigentlich begleiten die Eltern ihre Kinder im Alter von zehn Monaten bis zum Kindergartenalter einmal wöchentlich für knapp drei Stunden. Miriam Lechtenberg, Heilpädagogin und Leiterin der Spielstube, wollte aber gleich mehrere Generationen unter ein Dach bringen. "Warum sollten nicht mal Oma oder Opa mit dabei sein – anstatt der Eltern?", dachte sie sich. 


Unter den 20 Großeltern, die der freundlichen Einladung folgten und an zwei Nachmittagen teilnahmen, war auch der 78 Jahre alte und dreizehnfache Großvater Hubert Völker aus Holtwick. Mit seiner Enkelin Freya an der Hand kommt er in die  Spielstube, in der man nichts mehr vom morgendlichen Wirbel sieht: Alles ist wieder sauber und aufgeräumt an seinem Platz. Das Arbeitsmaterial präsentiert sich in den offenen Regalen griffbereit und lädt zur Beschäftigung ein. Eine kreative Ruhe verbreitet sich im Raum. Kinder sitzen auf dem Bauteppich oder blättern in der Leseecke in Büchern. Aus kurzer Distanz verfolgen die erwachsenen Begleiter die unterschiedlichen Aktivitäten und Bewegungen der Kinder.


"Ich habe schon einige Großeltern-Nachmittage in anderen Kindergärten miterlebt. Da trugen die Kinder Lieder vor oder spielten ein Stück vor, und wir waren Zuschauer", erinnert sich der rüstige Begleiter. Aber eine aktive Rolle als wirklich beteiligter "Opa" in einem Kindergarten zu übernehmen, ist für ihn neu. Mit wachen Augen beobachtet er seine Enkelin, wie sie Holzzylinder unterschiedlicher Größe in die passenden Formen steckt. Helfen würde er nur, wenn es erforderlich ist. Das Grundprinzip der Spielstube – "Freie Aktivität macht das Kind glücklich“ – hat er schnell verinnerlicht. "Die Kinder gucken sich unglaublich viel voneinander ab",  lautet das Resümee, das der älteste Gast des Großelternnachmittages formuliert.


Maras Großmutter sitzt mit ihrer Enkelin am Tisch. Gemeinsam befestigen sie hohle Holzkörper mit dicken Schrauben in einem Brett. Vor einigen Monaten hat Ingrid Göppert mit ihrem Mann ganz bewusst den Wohnort gewechselt. Vom Ruhrgebiet sind sie aus verschiedenen Gründen nach Coesfeld gezogen. "Es ist schön, so nah am Großwerden der Enkelkinder teilzuhaben", betont sie und wendet sich wieder Mara zu.


Ein festgelegtes Programm, was die Kinder an einem typischen Spielstubentag machen sollen, gibt es nicht. Die Teilnehmer selbst gestalten mit ihren Beschäftigungen den Nachmittag. Miriam Lechtenberg übernimmt dabei die Rolle der Moderatorin und Beraterin: Sie greift nur dann ein, wenn es notwendig wird, oder gibt Ratschläge, wie mit dem Montessori-Material gearbeitet wird. Leise flüstert sie: "Ob die Spielstubenkinder laufen können oder nicht, das spielt hier keine Rolle. Ihre Ziele erreichen sie; sei es im aufrechten Gang oder krabbelnd. Dafür ist dieser Raum konzipiert." So ist das Waschbecken in einer Höhe angebracht, wo der zweijährige Paul den Wasserhahn selbständig aufdrehen kann. Und damit es nicht gleich zu einer Überschwemmung kommt, ist der Durchfluss reguliert – Paul kennt die Regeln und experimentiert gezielt.


Ein sanftes und zartes Klingen ist zu hören. Alle Blicke richten sich auf Jakob. Er hält eine Triangel in der Hand und schlägt noch einmal mit dem Schlägel auf das Instrument. Was dieser Ton bedeutet, wissen die Kinder. Es ist Zeit zum Aufräumen. Jeder hilft mit die Gegenstände an die Plätze zurückzubringen. "Rhythmisierung und Ritualisierung – dass sind wichtige Stützen für die Kinder. Das gibt ihnen Sicherheit und einen festen Ordnungsrahmen", erläutert Miriam Lechtenberg.


Der Großelternnachmitttag ist auch eine gute Gelegenheit, die Konzeption des Kinderhauses in der Praxis vorzustellen: Denn die integrative Spielstube bildet die eigentliche Basis des Montessori-Kinderhauses. 1986 wurde sie gegründet. „An den Grundzielen hat sich in dieser langen Zeit nichts verändert“, erläutert Miriam Lechtenberg. Die Spielstube will einen gemeinsamen Raum für Kinder mit und ohne Förderbedarf bieten und ihnen die Zeit und die Ruhe geben, sich zu entfalten. In einer neuen Gruppe sind am Anfang die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen. Diese Rolle wandelt sich: Vater oder Mutter werden immer mehr zum Begleiter ihrer Kinder. Sie lernen selbst dabei neu Erfahrungen kennen und stärken ihre Kompetenzen bei der Kindererziehung. Starke Kinder, starke Eltern: so könnte man es auf eine kleine Formel bringen – und diese gleich um die Großeltern erweitern.

 

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Ingrid Göppert dreht mit ihrer Enkelin Mara (2 Jahre)
dicke Schrauben.

Hinter der Bühne im Konzerttheater

 

10.06.2012/Coesfeld. Dreizehn Kinder aus dem Montessori-Kinderhaus warfen mit Herrn Gielen (rechts im Bild) einen Blick hinter die Bühne des Konzerttheaters Coesfeld. Eine davon, Esther (6), wagte den Sprung auf die Bühne und sang "Schlaf Kindlein Schlaf" in den Saal.

Mut tut gut im Montessori-Kinderhaus

Angehende Schulkinder stärken ihr Selbstbewusstsein

04.06.2012/Coesfeld. Ein Auto hält an. Die Fahrerin fragt zwei Kinder, die allein unterwegs sind, ob sie ihr helfen wollen, einen kleinen entlaufenen Hund zu suchen. Die beiden Kinder lieben Tiere und möchten gern sofort helfen. Doch ihnen wird mulmig zu Mute, als die Frau sie auffordert, ins Auto einzusteigen. „Nein, das machen wir nicht!“, kommt unverzüglich als Antwort aus Kindermündern – ein ganz wichtiger Lernerfolg: Denn an insgesamt acht Terminen bereitet das Projekt „Mut tut gut“ die „Wackelzahnkinder“ des Montessori-Kinderhauses (MoKi) auf schwierige Situationen vor, indem es gezielt ihr Selbstbewusstsein stärkt. 

 

Dies geschieht auch mit Blick auf mögliche Gefährdungen der Mädchen und Jungen in ihrem sozialen Umfeld. Der ganzheitliche Ansatz dieses Trainings sieht dabei vor, sich in die Denkweise potentieller Täter hinein zu versetzen – und auch grundlegende Regeln des menschlichen Miteinanders einzuüben. 

 

Die Frau schaut beleidigt, schließt das Autofenster und fährt weiter – in einer simulierten Szene: Denn am Steuer saß die „Mut tut gut"-Trainerin und Kinderhausleiterin Ite Jansen. Die beiden tierlieben Mädchen dagegen, die MoKi-Kinder Esther und Jule (beide sechs Jahre alt), waren mit vollem Ernst bei der Sache – auch vor dem Hintergrund, dass eine solche Situation für die Mädchen und Jungen schnell Realität  werden kann. Spielerisch lernen die Vorschulkinder deshalb, Zusammenhänge richtig einzuschätzen und mögliche Auswege zu finden –  sei es, einfach wegzugehen, Hilfe zu holen oder den Mut für ein klares "Nein" aufzubringen. Dazu sollen sie auch auf das eigene Gefühl vertrauen. Dies sei dann jeweils der Blick aus der Perspektive des potentiellen Opfers, betont Ite Jansen. Den Trainern geht es aber auch darum, Kindern die Rolle des Täters vor Augen zu führen, wie Jansen erläutert. Was darf ich? Was ist unfair? Diese Grenze zu erkennen, fällt Kindern oft nicht gerade leicht: Ist es nicht schon Erpressung, sobald ein Kind zum anderen sagt: "Wenn Du mir nicht dein Stück Schokolade gibst, sind wir keine Freunde mehr"? Ite Jansen nimmt Erzieher und Eltern gleichermaßen in die Pflicht: „Wir Erwachsenen müssen Kindern konkret zeigen, was die Grundregeln gesellschaftlichen Zusammenlebens sind.“ Und dazu gehöre es eben auch, ein problematisches Verhalten nicht zu tolerieren oder durch Weggucken sogar noch zu unterstützen.

 

94 Prozent der Gewalttaten gegenüber Kinder und Jugendlichen spielen sich im direkten sozialen Umfeld ab, haben Fachleute festgestellt. Dieses soziale Umfeld bilden der Kindergarten, die Schule, der Spielplatz in der Nachbarschaft, die Freunde, die Geschwister, die Verwandten und auch die Eltern selbst. „Umso wichtiger ist es, dass Kinder stark gemacht werden, damit sie ganz entschieden ‚Nein’ sagen können“, macht Ite Jansen deutlich. Das ist eines der erklärten Ziele des "Mut tut gut"-Trainings, das als Gewalt-Präventionsprogramm der emanzipatorischen Jugendarbeit entstand: Ein Netzwerk aus Volkshochschule und Polizei hat für dieses Selbstbehauptungstraining 2010 den Landespreis "Innere Sicherheit" vom Innenministerium NRW erhalten. Im Montessori-Kinderhaus soll es zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit werden – das nächste Jahr ist bereits in Planung. Und alle kleinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten zum Schluss eine Urkunde. „Denn es gehört Mut dazu, sich zu behaupten und, wenn nötig, auch zu wehren“, fasst Ite Jansen zusammen.

 

Die MoKi-Schulkinder bei der Abschlussrunde mit der "Mut tut gut"-Trainerin und Kinderhausleiterin Ite Jansen.

 

 

Auch bei den MoKi-Kinder Devrim und Henri beißt die  "Autofahrerin" Ite Jansen ("Mut tut gut"-Trainerin und Kinderhausleiterin) auf Granit. Beide Schulkinder steigen nicht zu ihr ins Auto.

Das hohe Niveau halten
Montessori-Kinderhaus wird erneut mit Qualititätssiegel ausgezeichnet

09.05.2012/Coesfeld. Es ist eine Auszeichnung, die viel über die jeweilige Einrichtung aussagt – und um die man sich immer wieder erneut bemühen muss. Das Montessori-Kinderhaus ist nun einmal mehr mit dem MQS-Qualititätssiegel ausgezeichnet worden. Zwei Tage verbrachten die Qualitätsprüfer von der Deutschen Montessori-Gesellschaft in der Coesfelder Kindertagesstätte, um sich einen aktuellen Überblick zur pädagogischen Arbeit und Ausstattung zu verschaffen.

 

Heidi Laube-Reining und Rainer Völkel zeigten sich besonders von der offenen Frühstückssituation in der Halle des Kinderhauses, vom bildnerischen Gestalten auf breiter Basis und den klaren Regeln des Miteinanders beeindruckt. Dass die Mitarbeiterinnen jederzeit ansprechbar und selbstkritisch zu Veränderungen bereit sind, wurde ebenfalls sehr positiv bewertet. Kindlicher Wissensdurst und individuelle Neugierde sind dabei Urtriebe, die das spezielle Material in der Montessori-Pädagogik befördert: Es soll Kinder zum selbstständigen und selbstkontrollierten Arbeiten animieren – ein wichtiges Kriterium: Die Qualitätsprüfer lobten die solide, gute Ausstattung, die für alle vier Gruppen bereitsteht. Denn Maria Montessori, die vor genau 60 Jahren in den Niederlanden verstarb, hatte spezielle Arbeitsmittel entwickelt, die Kindern ganz unterschiedliche Sinnes- und Lernerfahrungen ermöglichen. 

 

Gelungen fanden die Fachleute den Umbau der Kindertagesstätte, die insbesondere den Bedürfnissen unter Dreijähriger angepasst wurde – etwa mit Wickelkommode und Ruheraum. Hervorgehoben wurden zudem das selbstgekochte Mittagessen, bei dessen Zubereitung die Kinder mitmachen können, aber auch der optimale Personalschlüssel, der es erlaubt, Kinder mit Förderbedarf voll in den Kinderhausalltag zu integrieren. Weitere Besonderheiten sind der flexibel einsetzbare Matschraum und der komplett renovierte Bauwagen, der als Werkstatt dient. Die eigene Turnhalle, „Palestra“ genannt, ermöglicht das offene Bewegen und die gezielte motopädische Unterstützung. Kinder mit und ohne Förderbedarf werden in Kleingruppen betreut. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten der konzeptionellen und organisatorischen Verbesserung: So sollten die bislang vereinten Arbeitsbereiche Sinnesmaterialien und Mathematik besser getrennt werden, auch könnte die Raumstruktur durch gezieltes Umstellen einiger Möbel optimiert werden.

 

„Es gilt, das hohe Niveau zu halten", betont Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen mit Blick auf die Auszeichnung – und freut sich, dass auch die neu geschaffene „Bärengruppe", in der Kinder unter drei Jahren betreut werden, das Qualitätssiegel erhalten hat. Eine Selbstverpflichtung sei es dabei, dass das Team aus Mitarbeiterinnen und Leitung offen für kritische Punkte bleibt – in dem Bemühen, die eigene Qualifikation und die praktische Arbeit im Interesse der Kinder kontinuierlich zu verbessern. Dies ist ein Prozess, der über Jahrzehnte andauern kann. Ite Jansen feierte im März 2012 ein kleines Jubiläum. Vor genau 30 Jahren erwarb sie ihr Montessori-Diplom – und betont, dass die Zukunft des Kinderhauses von vielen Beteiligten aktiv gestaltet wird:  „Heute bedanke ich mich beim Trägerverein der  Einrichtung, der die Finanzierung dieses wertvollen Zertifikates sichert.“

Stöbern, Praktisches entdecken, sich inspirieren lassen: Frühlingsmarkt im Montessori-Kinderhaus am Samstag

07.03.2011/Coesfeld. Mila, Devrim und Julius freuen sich auf den Frühlingsmarkt im Montessori-Kinderhaus. Schließlich gehen 20 Prozent der Einnahmen an diesem Tag direkt an die Kindertagesstätte, die das Geld für Projektarbeit und Ausstattung gut gebrauchen kann. Aber vielleicht finden ihre Eltern auch besonders schöne Spielsachen, Bücher oder Kleidungsstücke für die drei befreundeten MoKi-Kinder. Denn das Motto des Marktes lautet: Stöbern, Praktisches entdecken, sich inspirieren lassen. Hier wird am kommenden Samstag (12. März 2011) zwischen 10:00 und 14:00 Uhr allerlei Guterhaltenes, Bewährtes und Selbstgemachtes angeboten – von der Babyausstattung bis zum Gesellschaftsspiel. Schwangere dürfen schon etwas früher ganz in Ruhe auswählen: Für angehende Mütter öffnet der Frühlingsmarkt bereits um 09:30 Uhr seine Pforte.

 

Hier finden sich Geschenk- und Dekorationsideen für Ostern, aber natürlich lockt auch eine Cafeteria mit Tee, Kaffee und Kuchen. Extra für die Kinder gibt es ein Frühlingszauberzimmer und ein Kasperletheater. Alles rund um das Thema Mobilität wird geboten: Kindersitze für Auto und Fahrrad, Kinderwagen, Buggys, Bobbycars und Dreiräder ebenso wie Taschen und Koffer für die große Reise. Kurzentschlossene können auch noch in diesen Tagen die heimischen Schränke, Kinderzimmer und Keller nach Beiträgen für das vielfältige Angebot durchforsten: Am Freitag (12. März 2011) von 16:30 bis 17:30 Uhr werden im Kinderhaus, Friedhofsallee 19, die Waren für den Frühlingsmarkt angenommen.

 

Wie immer werden die Artikel mit vier verschiedenen Farben versehen. Alle Interessierten, aber auch die Anbieter, die bereits im Vorjahr eine Etikettenfarbe erhalten haben, können sich bei verschiedenen Ansprechpartnerinnen unter folgenden Telefonnummern melden: bei Verena Flacke (blaue Etiketten), Tel.: 02541/8881385, Jane Schulze-Scholle (gelb), Tel.: 02541/970336, Andrea Kaup (grün), Tel.: 02541/846559, oder Ilka Dropmann-Lasch (rot), Tel.: 02541/72990. Besonders praktisch: Die Anbieter der Ware müssen beim Frühlingsmarkt nicht einmal persönlich anwesend sein. Denn den Verkauf übernehmen Eltern aus dem Kinderhaus.

 

Wer alte Handys, leere Druckerpatronen und Tonerkartuschen entsorgen will, kann dies beim Frühlingsmarkt ebenfalls tun. Das Kinderhaus verfügt über einen Sammelbehälter im Eingangsbereich – und profitiert von jedem recyclingfähigen Produkt.

 

 

Mila, Devrim und Julius freuen sich schon auf den Frühlingsmarkt am kommenden Samstag.

Montessori-Kinderhaus sammelt Ware für den Frühlingsmarkt

01.03.2011/Coesfeld. Frühlingsboten und Frühjahrsputz: Während die Natur langsam erwacht, sorgen viele Familien für Ordnung in Kinderzimmern und Kellern – die richtige Zeit, sich von Dingen zu trennen, die man nicht wirklich braucht und die andere gut gebrauchen können. Auf dem Frühlingsmarkt im Montessori-Kinderhaus am 12. März 2011 können Spielzeuge und Kinderkleidung in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr angeboten werden.

„Schließlich wurde an Weihnachten vieles, was noch gut erhalten und voll funktionstüchtig ist, durch aktuelle Lieblingsstücke ersetzt“, weiß Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen. Alle diese Dinge müssen nicht zuhause einstauben, sondern können in der entspannten, familiären Atmosphäre der Kindertagesstätte neue, stolze Besitzer finden. Besonders praktisch: Die Anbieter der Ware müssen an diesem Tag nicht einmal persönlich anwesend sein. Denn den Verkauf übernehmen Eltern aus dem Kinderhaus. Wie das funktioniert, können Interessierte bei verschiedenen Ansprechpartnerinnen unter folgenden Telefonnummern erfahren: Verena Flacke (blaue Etiketten), Tel.: 02541/8881385, Jane Schulze-Scholle (gelb), Tel.: 02541/970336, Andrea Kaup (grün), Tel.: 02541/846559, Ilka Dropmann-Lasch (rot), Tel.: 02541/72990.

 

 

 

"Der wird aber nicht verkauft!", sagt MoKi-Kind Birger (3,5 Jahre) und bringt den LKW lieber in Sicherheit.

Erweitertes Montessori-Kinderhaus stellt sich der Öffentlichkeit vor

Platz für die individuelle Entfaltung

 

19.11.2010/Coesfeld. In diesen Tagen hat das Montessori-Kinderhaus gleich drei Anlässe, um nach vorn und zurück zu schauen. Der Trägerverein der Kindertagsstätte besteht am 28. November 2010 seit genau 30 Jahren; die neue „Bärengruppe“, in der Kinder ab zwei Jahren betreut werden, wurde vor einhundert Tagen eröffnet. „Und die breite Öffentlichkeit spricht unser Tag der offenen Tür am 27. November an“, freut sich Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen.

 

Von 11:00 bis 13:00 Uhr am Samstag stellt sich die erweiterte und in vielen Bereichen neu gestalte Tageseinrichtung mit ihren Angeboten und ihrem Team allen Interessierten vor – insbesondere  auch jenen Eltern, die ihre Sprösslinge für das Kinderhausjahr 2011 anmelden möchte. Denn die Einrichtung der „Bärengruppe“, die im Sommer 2010 zu den drei bestehenden integrativen Gruppen hinzukam, hat für einige organisatorische und vor allem auch bauliche Veränderungen gesorgt. Schließlich lautet ein Leitsatz der Einrichtung: „Kinder brauchen Platz für ihre individuelle Entfaltung.“ Das Untergeschoss des Kinderhauses an der Friedhofsallee wurde mit einem separaten Eingang und einem „Parkplatz“ für Kinderwagen versehen. Das Erdgeschoss erhielt durch einen hellen und freundlichen Anbau zwei zusätzliche Räume. Der alte Waschraum musste weichen und wurde durch neue Sanitäranlagen ersetzt. Auch die Raumaufteilung der Gruppen wurde verändert. Auf den Innenausbau folgte die Neugestaltung der Außenanlagen; für die Kinder aus der „Bärengruppe“ und der Spielstube wurde eine neue Kletterlandschaft installiert. „Nach der großen Umbauaktion laden wir nun herzlich zu einem kleinen Umtrunk und zur  Hausbesichtigung ein“, betont Ite Jansen. Ein Höhepunkt an diesem Tag ist die Einsegnung der Räume durch Herrn Kaplan Fink.

 

Die Kinderhaus-Leiterin hofft dabei, das sich auch viele Mitglieder der „Gründergeneration“ die großen Veränderungen ansehen. Ende November 1980 hatten sechs Coesfelder Bürgerinnen und Bürger den Montessori-Arbeitskreis als Trägerverein gegründet. Ihr Ziel war es, eine Montessori-Schule ins Leben zu rufen, was damals nicht gelang, sondern erst im Jahr 2008. Aus diesen Anfängen entstand 1986 dann die „Spielstube“ – mit Ablösegruppen für Kinder und Eltern nach den Prinzipien der Pädagogin Maria Montessori. Ein Jahr später wurde das Montessori-Kinderhaus, liebevoll „MoKi“ abgekürzt, als erste integrative Kindertagesstätte in Coesfeld eröffnet. Und das Angebot wurde nun durch den Schwerpunkt der U3-Betreuung erweitert.

 

Das MoKi-Kind  Enie aus der Bärengruppe freut sich schon auf die Gäste zum Tag der offenen Tür  und heißt alle Willkommen!

„Ma(h)lzeit“ im Montessori-Kinderhaus

Kinderkunstkalender 2011 wird Ende November offiziell vorgestellt

 

Sanne und ihr Großvater Werner Aberg freuen sich über eine farbenfrohe Säule im Kinderhaus.   

18.09.2010/Coesfeld. Was sind Buntstift, Wachsmalkreide und Papier, wenn man stattdessen mit Pinsel und Acrylfarbe auf Leinwand malen kann? Die Mädchen und Jungen des Montessori-Kinderhauses haben diese Frage längst für sich beantwortet und arbeiten gern wie die großen Künstlerinnen und Künstler: Regelmäßig verwandeln sich der Therapieraum und die Turnhalle der Tagesstätte in ein “professionelles“ Kunstatelier. Neben dem Material wird dabei auch für die entsprechende Inspiration gesorgt: In den letzten Monaten standen die Klassiker der Moderne auf dem Programm – und liefern auch das Thema für den Kinderkunstkalender 2011, der beim Tag der offenen Tür am 27. November 2010 (11:00 bis 13:00 Uhr) offiziell vorgestellt wird. Ab dem 10. Oktober kann er bereits druckfrisch im Kinderhaus erworben werden. „Die ersten 30 Stück sind schon bestellt“, berichtet Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen.. 

 

Der Titel lautet diesmal „Ma(h)lzeit“: Schließlich „verdauen“ die Kinder ihre individuellen Eindrücke im kreativen Tun – und bestimmen selbst, wann es Zeit dafür ist. Die Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts, jene Meilensteine, die Kandinsky, Picasso, Miró und Co. setzten, beflügeln sie dabei zu sehr eigenwilligen Weltsichten. Die vierjährige Esther etwa setzte sich mit Joan Mirós bewegtem „Tagesanbruch“ von 1968 auseinander und wandelte das Motiv ganz selbstständig um in eine „Tanzende Frau“. Denn die reduzierte Form und die abstrakte Komposition lassen der kindlichen Phantasie freien Lauf. „Kinder sehen das in Kunstwerke hinein, was sie gerade beschäftigt“, erläutert Ite Jansen. Moderne Kunst sei auch deshalb für die Kinder so ansprechend, weil sie sich vom Zwang der Gegenständlichkeit und damit von der strengen Eindeutigkeit verabschiedete, betont die Pädagogin. Dabei können die Kinder natürlich völlig frei mit der Vorlage umgehen. So entscheidet Jan (fünf Jahre) ganz souverän: „Die Farben finde ich alle schön, aber ich setz’ die woanders hin.“ Der Schaffensprozess an sich – und allein schon die Vorbereitung darauf – ist dabei mindestens genauso wichtig wie das Resultat: „Malen macht Spaß, aber Farben mischen finde ich auch gut“, bekennt Fritz. Und manchmal reicht es schon, Farben einfach nur auf sich wirken zu lassen: Sanne und ihr Großvater Werner Aberg haben jedenfalls Freude an den vielen Werken im Kinderhaus – insbesondere an einer farbenfrohen, natürlich von den Kindern gestalteten Säule. Und beide nehmen sich vor, auch einmal zusammen ein Bild zu erstellen. Beim nächsten Angebot „Sonntagsmaler“ melden sich beide an. 

 

Wie bei großer Kunst ist zudem die Widmung ganz entscheidend. Julius weiß sehr gut, für wen er sich anstrengt: „Ich male ein Bild für Mama. Sie heißt aber nicht Kandinsky, macht aber nix.“ Der Kinderkunstkalender „Ma(h)lzeit“ erscheint in einer Auflage von 400 Stück und kann vom 10. Oktober 2010 an während der regulären Öffnungszeiten des Kinderhauses – täglich von 7:15 bis 16:15 Uhr – gekauft werden. Der Einzelpreis beträgt 5,50 EURO; drei Kalender kosten 15,- und zehn Kalender 45,- EURO. 


 
  

Montessori-Kinderhaus überrascht Arbeitsagentur mit Kunstwerken

Kinderkunst im Zentrum für Arbeit der Stadt Coesfeld

Jedes Bild erzählt eine Geschichte 

08.07.2010/Coesfeld. Ite Jansen, Leiterin des Montessori-Kinderhauses, übergaben nun Arbeitsvermittlerin Alina Coktan eine vierteilige Bildserie, die in der Tagesstätte entstanden ist. Die Sechsjährigen Colin, Malin, Lasse und Lilly hatten mit Melanie Albers farbenfrohe Bilder gemalt, die zu einem Längsformat zusammengefasst wurden und nun als Wandgestaltung den Korridor des Zentrums für Arbeit der Stadt Coesfeld schmücken sollen – ein Dankeschön für den hilfreichen Einsatz, aber auch eine willkommene Abwechslung für die gelernte Hauswirtschafterin Melanie Albers, die derzeit in der Küche des Kinderhauses tätig ist.

„Kinder sind kleine Künstler: Wenn sie die frühe Kritzelphase erst einmal ausgelebt haben, dann entstehen überaus ideenreiche Bildwelten“, berichtete Ite Jansen. Das Montessori-Kinderhaus fördert die kindliche Phantasie mit speziellen Kunstaktionen. Wie die großen Meister malen die Drei- bis Sechsjährigen mit Pinsel und Acrylfarbe auf Leinwand. Der Therapieraum, oder die Turnhalle der Einrichtung werden dafür regelmäßig in ein „Atelier“ umgewandelt. Eine Auswahl der vielen Resultate wird jeweils für einen Jahreskalender zusammengestellt, der im Herbst vorliegt; sie wurden aber auch bereits als Postkartenedition herausgegeben.
„Ein Bild soll dabei zunächst einmal nichts sein und nichts werden, sondern es ist vor allem ein intensives Farberlebnis“, beschrieb Ite Jansen den Malprozess und lobte Melanie Albers’ behutsame Unterstützung der kindlichen Initiative: „Malen ist für Kinder Sprache: Mit jedem Bild erzählen sie eine Geschichte – Melanie hat überaus aufmerksam zugehört.“ Frau Albers profitiere sehr vom harmonischen Miteinander der Kinder und des Teams in der Tagesstätte, meinte Ite Jansen und dankte für Alina Coktans gute Idee, Melanie Albers im Kinderhaus einzusetzen. „Die sogenannten Plus-Jobs sollen als Arbeitsgelegenheiten auf den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben vorbereiten“, erläuterte Frau Alina Coktan und freute sich sehr über die gelungene Überraschung. Inmitten der Kinder aus der Sonnengruppe erlebte sie, wie sehr sich Kinder freuen ein Geschenk zu übergeben. 
Als Dankeschön für die großen kleinen Künstler gab es für jeden einen ebenso farbenfrohen und bunten Lolli.

MoKi-Kind Malin überreicht gemeinsam mit der Leiterin
des Kinderhauses Ite Jansen Frau Coktan zwei der vier
Bilder.
  

Renovierter Sinnespfad am Integrativen Montessori-Kinderhaus 

Barfuß eine ganze Welt erfühlen  

01.05.2010/Coesfeld. Mit den Füßen Sinneserfahrungen machen, barfuß über Kies, Sand, Tonkügelchen, Stein oder Holzspäne laufen, die Materialien spüren und sich mit der Phantasie in andere Welten versetzen – dazu regt der neue, 25 Meter lange Sinnespfad am Integrativen Montessori-Kinderhaus an. Über mehrere Nachmittage waren jetzt zwölf Kinder, ihre Eltern und Großeltern im Einsatz, um den bisherigen, 14 Jahre alten Parcours zu renovieren: mit ganz unterschiedlichen Stoffen befüllte Holzrahmen wurden neu in den Naturgarten der Tagesstätte integriert.

 

Der schlangenförmige Pfad aus 15 Einzelelementen wurde im Rahmen einer Gartenwoche überarbeitet – ein Einsatz, der Groß und Klein begeisterte, wie Kinderhaus-Leiterin Ite Jansen berichtet: „Mit hochgekrempelten Ärmeln, roten Wangen vor Freude und Anstrengung, aber auch ganz viel Ehrgeiz waren alle dabei.“ Dafür stellten mehrere Sponsoren Material zur Verfügung, die Familien brachten Spaten, Schüppen und Schubkarren mit. Der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte e.V., der Erzieherinnen und Elternschaft auch im Alltag bei der Gartenarbeit unterstützt, war unter Leitung von Henrik Hironimus dabei. Das Kinderhaus-Team stellte Getränke und Knabbereien zur Verfügung.

 

Mit dem Hochdruckreiniger wurde die alte Betonschlange vom Moos befreit; die Holzfelder wurden neu eingefasst und mit frischem Material befüllt. Zum Schluss erhielt die Sinnespfad-Schlange neue „Augen“ aus Muggelsteinen, die Miriam Littwin, Heilpädagogin der Sonnengruppe, mit den Kindern anbrachte. Paul, einer der kleinen Helfer, meinte schon am zweiten Tag: „So eine Gartenwoche macht wirklich Spaß – wir dürfen nur nicht so zügig arbeiten, sonst ist sie so schnell vorbei!" Tatsächlich vergingen nur drei Tage, bis der Sinnespfad mit einer kleinen Feier wieder eröffnet werden konnte. Ganz offiziell durchschnitt Nelsen das Band im Weidentor-Eingang, und mit nackten Füßen konnten die Kinder weiche und harte, spitze und runde, starre und wackelige Elemente spüren. Auch mit verbundenen Augen erkundeten sie den Pfad, geführt von anderen Kindern oder den Erzieherinnen: Zu den neuen Eindrücken kam so die Erfahrung, sich buchstäblich blind aufeinander verlassen zu können. Diese sehr aktive Auseinandersetzung mit der Natur und ihren Reizen passt dabei zum Grundansatz der Montessori-Pädagogik: „Uns geht es darum, den Erlebnishorizont der Kinder permanent und auf spielerische Weise zu erweitern – auf dem Sinnespfad erfühlen sie die Welt“, erläutert Astrid Lind, stellvertretende Kinderhaus-Leiterin und Ansprechpartnerin der Gartengruppe. Beim Neu-Entdecken des Sinnespfades helfen die großen den kleinen Kindern Schritt für Schritt – getreu dem Montessori-Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun!"  Und so bereichert der Sinnesgarten wieder den Kinderhaus-Alltag – pünktlich zu Frühlingsbeginn. 

Montessori-Kinder machen Kleinholz für den Sinnespfad
Montessori-Kinder machen Kleinholz für den Sinnespfad
 
Der spannende Augenblick: Nelsen gibt den Sinnespfad
frei