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Sonntag, 22. April 2018

Maria Montessori


von Anette Onken und Hanni Schwarmborn,
Montessori-Kinderhaus e.V.

 

Maria Montessori wurde als einzige Tochter einer wohlhabenden Beamtenfamilie 1870 in der Nähe von Ancona geboren. Sie war ein sehr aufgewecktes und intelligentes Mädchen, das eine besondere Begabung für Naturwissenschaften und Mathematik zeigte. Als einziges Mädchen absolvierte sie - mit großem Erfolg - ein naturwissenschaftliches Gymnasium in Rom und studierte Medizin. 1896 erlangte sie als erste Frau Italiens den Doktor-Grad der Medizin.

 

Im Rahmen ihrer ersten Assistenzarztstelle in einer psychiatrischen Klinik in Rom beschäftigte sie sich eingehend mit geistig behinderten Kindern. Sie erkannte, dass diese Kinder nicht nur körperliche Versorgung benötigten, sondern auch geistige Anreize durch Beschäftigungsmöglichkeit ihrer Hände und Sinne erhalten mussten. Sie fand Anregung bei den französischen Ärzten Jean Marc Gaspard Itard und Edouard Séguin, deren Erkenntnisse und Materialien sie übernahm und weiterführte. Um die Jahrhundertwende studierte sie Anthropologie und Pädagogik und übernahm die Leitung eines Ausbildungsinstitutes für Heilpädagogik. Diesem Institut schloss sie eine Schule für geistig behinderte Kinder an. Sie wandte ihre Methode an und erregte Aufsehen mit ihren unerwartet guten Ergebnissen.

 

Ihre erfolgreiche Arbeit mit nichtbehinderten Kindern setzte sie fort und eröffnete 1907 ihr Casa dei bambini, ein Kinderhaus in San Lorenzo, einem Elendsviertel in Rom. Sie schulte ihre Mitarbeiter im achtungsvollen Umgang mit den Kindern und den Materialien, ermöglichte kindgerechte Einrichtungen, förderte die freie Wahl der Tätigkeit und beobachtete immer wieder die Verhaltensweisen der ihr anvertrauten Kinder. Dabei erlebte sie die enorme Kraft und Freude dieser Kinder im Tun, ihre Zufriedenheit und Entwicklungsfähigkeit im Versinken in eine Arbeit. Den Erwachsenen sah sie als Helfer selbständiger Kinder. Ihr Kinderhaus wurde berühmt. Viele Besucher aus dem In- und Ausland kamen und gründeten weitere Kinderhäuser in ihrer jeweiligen Heimat. Maria Montessori begann zu reisen und Vorträge zu halten, die sie in ihrem ersten Buch Die Entdeckung der Kindheit zusammenfasste.

 

Von Europa nach Indien


1913 ging sie für mehrere Jahre nach Spanien und gründete in Barcelona das Haus Die Kinder in der Kirche. Ihre Pädagogik ist zutiefst religiös und von der Achtung gegenüber jeder Kreatur geprägt. Mit Beginn des Spanischen Bürgerkrieges verließ sie Barcelona und wurde während einer Vortragsreise in Indien durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges festgehalten. Sie lebte dann längere Zeit in Adyar. Während der Zeit des Faschismus in Europa wurden ihre Schulen geschlossen und ihre Bücher in Deutschland verbrannt. 1949 kehrte sie endgültig nach Europa – nach Holland – zurück, hielt erneut Vorträge und gab ihre Erfahrungen und Prinzipien ihrer Methode vornehmlich in eigenen Kursen weiter. 1949 wurde die Ärztin und Pädagogin für den Friedensnobelpreis nominiert. Noch voller Pläne starb sie 1952 mitten im Gespräch im Alter von zweiundachtzig Jahren.