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Mittwoch, 21. November 2018

 

Ein Tag im MoKi

Jedes Miteinander braucht Regeln. Der Tagesablauf im MoKi bietet feste Strukturen, nach denen die Kinder ihren Tag planen und einteilen können. Diese feste Ordnung ist zentraler Bestandteil der Montessori-Pädagogik und schafft gleichzeitig auch den organisatorischen Rahmen unserer Arbeit.


Viele verschiedene Aktivitäten werden jeden Tag ohne Stress, Druck und Hektik in den drei Gruppen des Montessori-Kinderhauses gelebt. Ständiges, aufmerksames Beobachten ermöglicht es, den Kindern individuelle Angebote zu präsentieren, die ihrem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechen.


Die morgendliche Bringphase beginnt um 7.15 Uhr und endet um 9 Uhr. Die Kinder, die schon früh im Kinderhaus ankommen, trinken einen Kakao im Foyer, gehen in ihre Gruppe und begeben sich an die Arbeit – oder helfen den Mitarbeiterinnen des Frühdienstes, die in dieser Zeit gerade die Gruppenräume vorbereiten. Stühle werden runter gestellt, es wird gelüftet und der Frühstückstisch gedeckt – alles Notwendigkeiten, aber auch kleine Rituale, die den Beginn des gemeinsamen Tages markieren. Dann werden die einzelnen Aktivitäten vor- oder nachbereitet, und die Regale werden auf Vollständigkeit und Sauberkeit überprüft. Alles hat seinen festen Platz in der Gruppe, so dass die Kinder jeden Tag wieder in ein gewohntes Umfeld kommen und die "vorbereitete Umgebung" vorfinden.


Den ganzen Morgen über haben die Kinder viele verschiedene Möglichkeiten, ihren Neigungen entsprechend eine Beschäftigung zu finden. Dazu gibt es im Kinderhaus ganz unterschiedliche räumliche Bereiche, in denen die Kinder aktiv sein können. Das Foyer wird für gruppenübergreifende Begegnungen genutzt. In den Gruppenräumen laden Arbeitstische, Leseecke, Küchenzeile oder Bauteppich zum kreativen Tun ein. In der Turnhalle, die bei uns "Palestra" heißt, können sich die Kinder in kleinen, wechselnden Gruppen bewegen - und auch gezielt motopädisch gefördert werden. Ruhe-, Musik-, Matsch- und Therapieraum erweitern das Spektrum der Möglichkeiten.


Gegen 11 Uhr wird in den Gruppen jeweils ein Stuhlkreis angeboten: Anstehende Dinge und Vorhaben können in großer Runde besprochen werden, es wird aber auch viel gemeinsam gesungen, gespielt und gelacht. Zur Teilnahme verpflichtet ist dabei niemand – denn getreu der Montessori-Pädagogik wird der eigene Wille des Kindes auch hier respektiert: Die Kinder, die gerade einmal nicht dabei sein möchten, können sich im Nebenraum still verhalten und spielen.


Nach dem Kreis gehen die Kinder zumeist nach draußen. Auch dort haben sie viele Möglichkeiten: das neue Klettergerüst, die Matschanlage mit Wasserpumpe, die große Sandfläche und die weitläufige Wiese sind ein wahrer Kindertraum.


Zwischen 12 und 12.15 Uhr werden die ersten Kinder wieder abgeholt. Alle Kinder, die über Mittag bleiben, essen um 12.30 Uhr in ihrer Gruppe gemeinsam mit den Erzieherinnen das täglich frisch zubereitete Mittagsmenu – eine abwechslungsreiche Auswahl von kindgerechten, vor allem aber auch gesunden und ausgewogenen Speisen. Wer möchte, kann sich gegen 13 Uhr in den Ruheraum zurückziehen. Dort werden bis zu zwölf Kinder von zwei pädagogischen Kräften begleitet, können malen, sich ausruhen oder eine Geschichte hören. Die Kinder, die nach dem Mittagessen Bewegung brauchen, gehen lieber in den Garten. Auch hier zeigt sich, dass Kinder ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben, die zu respektieren sind.


Die zweite Abholphase, die zugleich auch die zweite Bringphase ist, liegt zwischen 14 und 14.15 Uhr. Kinder werden abgeholt, und andere, die über Mittag zuhause waren, werden wieder gebracht – die zeitlichen Möglichkeiten des Kinderhauses passen sich damit flexibel dem individuellen Tagesrhythmus der Familien an. Nachmittags werden die Kinder dann gruppenübergreifend betreut.


Um 15.30 Uhr gibt es für Kinder und Erzieherinnen noch einmal eine Stärkung. Ein Kind und eine Mitarbeiterin decken zusammen die Tische, stellen Obst und Brote, Wasser und Milch bereit. Beim "Gemütlichmachen" bereiten sich die Kinder auf den Nachhauseweg vor. Von 16 bis 16.15 Uhr folgt die dritte und letzte Abholphase der Kinder. Ein langer Tag geht zuende. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen fegen das Haus und räumen auf, bereiten den nächsten Tag vor und verlassen dann um 16.30 Uhr das Kinderhaus.


Diese feste Struktur des Tagesablaufes gibt emotionale Sicherheit. Täglich können die Kinder ihre Selbständigkeit üben und durch die Verlässlichkeit der Abläufe und Angebote stärken. Dadurch, dass die einzelnen Tätigkeiten wiederholt werden, festigen sich die gesammelten Erfahrungen, und der Horizont des Kindes erweitert sich permanent.

 

 

Tagesablauf in der Bärengruppe

 

Aufgrund des jungen Alters und den veränderten Schlaf- und Wachrhythmen gestaltet sich der Alltag der Bärenkinder ein wenig anders.

Der erste Mitarbeiter beginnt morgens um 7.15 Uhr mit den ersten vorbereitenden Tätigkeiten, zum Beispiel des Frühstücks. Die Bärenkinder frühstücken in der Küche, die direkt an ihren Gruppenraum grenzt. Hier wird der Tisch gedeckt, sodass 4 Kinder zusammen sitzen können. Zur Unterstützung ihrer Selbständigkeit stehen den Kindern besonders kleine Messer, kleine Gläser, portionierte Schälchen mit Marmelade, Butter, Leberwurst, geschnittenem Obst oder ähnlichem und auch kleine Glaskannen mit wenig Mineralwasser zum Eingießen zur Verfügung.

Je nach Bedarf beginnt er mit den ersten Kindern, die schon früh am Morgen kommen zu frühstücken oder begleitet die erste Spielphase im Gruppenraum. Das Frühstück wird während der gesamten Dauer ( bis ca. 9.30 Uhr ) von einem Erzieher oder Praktikanten begleitet, um die Kinder sowohl beim Brote streichen, Getränke eingießen , Geschirr wegräumen etc. und nach Möglichkeit beim nachfolgenden Händewaschen und Zähneputzen zu unterstützen.

Die Kinder in ihrer Selbständigkeit in diesem Bereich zu fördern ist ein wichtiges Ziel, um damit auch das Selbstbewusstsein der einzelnen Kinder zu stärken.

Ab 7.45 Uhr kommen weitere Kollegen, um mit den Kindern gemeinsam den Aktivitäten des Morgens nachzugehen. Mit viel Freude wird das angebotene Material aus den Schränken genutzt. Z. B. werden Knöpfe in eine Dose gesteckt, Glassteine von einem Gefäß in ein anderes gelöffelt , Holzstücke zu einer langen Kette aufgehängt oder verschieden große Zylinder ineinander gesteckt.

Bis ca. 9.00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern gebracht. Kurze Gespräche bzw. Informationen zwischen Eltern und Erziehern sind in diesem Moment wichtig, um über das Befinden des Kindes Bescheid zu wissen. Ist der Erzieher über das individuelle Befinden unterrichtet, kann er das Kind während des Morgens gezielter begleiten.

Auf dem Bauteppich sind die Autos und die Holzeisenbahn und in der Puppenecke auch der Herd und der der Arztkoffer immer wieder interessant .An der Kinderspüle gießen die Kinder konzentriert und oft sehr ausdauernd mit Löffeln oder kleinen Kellen das Wasser in verschiedene Gefäße.

Immer wieder gerne gehen kleine Gruppen von ca. 3-4 Kindern in das „Bällchenzimmer“ der Bärengruppe. Hier finden sie Bewegungslandschaften zum Klettern, Rutschen, Springen etc. Ein Erzieher begleitet sie und kann durch gezielte Beobachtung und Hilfestellung jedes Kind in seinem Bewegungsdrang unterstützen und fördern.

Alle Angebote sowohl im Gruppen- als auch im Nebenraum und ebenso im Bällchenzimmer werden nach einiger Zeit verändert und ausgetauscht , so dass das Interesse des Kindes immer wieder neu angeregt wird und sie sich in ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen üben können.

Beim Umgang der Kinder untereinander werden die sozialen und emotionalen Kompetenzen der einzelnen Kinder gefördert, indem sie z.B. Lernen abzuwarten, die Gefühle des anderen zu erkennen, zu helfen, etc. Dabei wird auf die Individualität jedes einzelnen Kindes geachtet, darauf, was es schon schafft, wie weit es in seiner Entwicklung ist und bei welchen Dingen es noch Unterstützung und Begleitung braucht sowohl in Bezug auf seine eigene Person als auch in Bezug auf das soziale Miteinander.

Gegen 9.30 Uhr setzen sich alle Kinder mit den Erziehern im Nebenraum zusammen, um bei kleinen Liedern zur Jahreszeit, kurzen Singspielen oder Fingerspielen die Gemeinschaft in der Bärengruppe zu erfahren. Auch die Geburtstage werden hier gefeiert.

Je nach Wetterlage geht nach dem Singkreis immer ein kleiner Teil der Bärengruppe in den „ kleinen“ Garten, der sich vor der Bärengruppe befindet. Einige Kinder bleiben im Zimmer, helfen dabei, den Tisch für das Mittagessen zu decken oder genießen es, allein oder zu zweit in der Gruppe zu spielen. Bei gutem Wetter gehen alle Kinder gerne nach draußen.

In der Bärengruppe wird das Mittagessen aufgrund der Altersstruktur in zwei Gruppen eingenommen. Die jüngeren Kinder essen um 10.45 Uhr, sitzen dabei verteilt an zwei Tischen, an dem jeweils ein Erzieher ihnen hilft. Sowohl beim Mittagessen wie auch schon beim Frühstück wird in liebevoller ruhiger Atmosphäre auf größtmögliche Selbständigkeit geachtet und dabei die jeweilige Situation einzelner Kinder ( z. B. Müdigkeit ) berücksichtigt. Nach dem Mittagessen schlafen die Kinder gemeinsam im „ Schlafzimmer“. Hier hat jedes Kind seinen eigenes Bett mit Kuscheltier, Decke oder ähnlichem, was es benötigt, um zufrieden einzuschlafen.

Um 11.45 Uhr beginnt das 2. Mittagessen; ähnlich wie vorher essen auch jetzt 2 Erzieher und die Kinder gemeinsam in der Küche. Danach räumen Kinder und Erzieher den Tisch ab und gehen zum Zähne putzen in den Waschraum. Alle Kinder werden nach Bedarf gewickelt, jedoch generell in der Phase nach dem Mittagessen. Dabei werden sie intensiv begleitet, um möglichst viele Tätigkeiten und Bewegungen z. B. Hose an- und ausziehen selbständig ausführen zu erlernen. Nach dem 2. Mittagessen können die Kinder im Nebenraum ihren Mittagsschlaf halten.

Bis zum Ende des Bärengruppentages haben die Kinder nochmal die Möglichkeit, im Gruppenraum zu spielen oder im Garten zu schaukeln, zu klettern etc.

Je nach Bedarf wird gegen 14.30 Uhr nochmal eine kleine Zwischenmahlzeit bestehend aus Obst und Joghurt angeboten.

Die Abholphasen in der Bärengruppe unterscheiden sich leicht von den üblichen Abholzeiten im Kinderhaus aufgrund der veränderten Mittagszeiten und dem Entwicklungsstand der Kinder:

11.45 Uhr: nach dem 1. Mittagessen- vor dem 2. Mittagessen

13.00 Uhr: nach dem 2. Mittagessen – vor dem 2. Mittagsschlaf

Danach können die Kinder bis 16.15 Uhr individuell abgeholt werden, d. h. Eltern tragen die jeweilige Abholzeit in eine Liste ein, die vor dem Gruppenraum aushängt.